Abmahnung Mietrecht: Wann darf der Vermieter eine Abmahnung äußern?

Durch das Unterschreiben des Mietvertrags stimmen die Mieter der Hausordnung zu, deren Grundgedanke ist, dass Mieter aufeinander Rücksicht nehmen und sich niemand belästigt fühlt. Kommt es doch zu vertragswidrigem Verhalten eines Mieters, kann der Vermieter eine Abmahnung äußern.

Was versteht man laut Mietrecht unter einer Abmahnung?

Unter der Abmahnung versteht man eine Erklärung des Vermieters, durch die der Mieter aufgefordert wird, ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen oder in einer bestimmten Sache zu handeln. Die Abmahnung beinhaltet meistens eine Erklärung zu vertragswidrigem Verhalten durch den Mieter.

Was muss eine Abmahnung gemäß dem Mietrecht beinhalten?

Eine Abmahnung ist anders als die Kündigung nicht an die schriftliche Form gebunden. Es empfiehlt sich jedoch, diese in schriftlicher Form an den Mieter auszuhändigen.
Denn obwohl die Abmahnung auch mündlich ausgesprochen werden kann, gelten einige formale Anforderungen.

  • So muss die Abmahnung das vertragswidrige Verhalten des Mieters beschreiben und die Ankündigung enthalten, dass bei gleichbleibendem Verhalten eine Kündigung folgen kann.
  • Es sollte ebenfalls das Wort „Abmahnung“ erwähnt werden.
  • Die mündliche oder schriftliche Abmahnung muss den richtigen Ansprechpartner erreichen, d. h.  falls im Mietvertrag mehrere Personen als Mieter gelten, so muss die Abmahnung bei jeder dieser Personen ankommen.
  • Weiter ist zu beachten, dass alle Vermieter ein Abmahnungsschreiben unterschreiben

Wann ist eine Abmahnung laut dem Mietrecht gerechtfertigt?

Verstößt ein Mieter gegen Pflichten, die im Mietvertrag vorgegeben sind, so hat der Vermieter das Recht den Mieter abzumahnen.

Gründe für die Abmahnung können sein:

  • Nicht erlaubte Tierhaltung
  • Illegale Untervermietung
  • Zahlungsverzögerung
  • Nicht genehmigte bauliche Veränderungen
  • Ruhestörung
  • Belästigung der Nachbarn
  • Schimmelbildung durch falsches Lüften oder Heizen
  • Verzug der Reinigung (z. B. im Flur)

 

Welche Folgen trägt eine Abmahnung mit sich?

Obwohl eine Abmahnung nicht direkt die Kündigung zur Folge hat, sollte sie nicht unterschätzt werden. Oft ist die Abmahnung der erste Schritt zur Kündigung oder zur Unterlassungsklage. Sofern das Abmahnungsschreiben schriftlich an den Mieter zugestellt wurde, dient es als Grundlage für eine fristlose Kündigung. Je mehr Abmahnungen ein Vermieter vorweisen kann, desto größer sind die Chancen das Mietverhältnis beenden zu können.

Wie Sie gemäß dem Mietrecht gegen eine Abmahung vorgehen können

Sofern Sie eine Abmahnung erhalten, die Ihrer Meinung nach unbegründet ist, so können Sie zwar schriftlich Ihre Position darlegen, jedoch ist diese kaum wirksam. Ein Vermieter spricht eine Abmahnung in der Regel nur dann aus, wenn er tatsächlich Gründe dafür hat. Sollten Sie die Abmahnung jedoch in keiner Weise nachvollziehen können, so wird es spätestens bei einer Verhandlung zur Räumungsklage vor Gericht geklärt.

 

Für Sie zusammengefasst: Abmahnung nach Mietrecht

  • Die Abmahnung durch den Vermieter ist eine Erklärung bezüglich vertragswidrigem Verhalten des Mieters.
  • Als typische Gründe dafür gelten vor allem: Ruhestörung, illegale Tierhaltung und der Verstoß gegen vertraglich geregelte Pflichten.
  • Eine Abmahnung kann sowohl mündlich als auch schriftlich abgegeben werden. Es empfiehlt sich jedoch die Abmahnung in schriftlicher Form an den Mieter zu übergeben.
  • Als Mieter können Sie beim Erhalt einer Abmahnung nicht viel tun. Sofern das vertragswidrige Verhalten unterlassen wird, sollte auch keine weitere Abmahnung oder die Kündigung folgen.

 

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