Mietrecht bei Kündigung eines Mietvertrages

Sobald der Auszug aus der Mietwohnung ansteht, stellen sich häufig dieselben Fragen. Dabei geht es oft um das Kündigungsschreiben, um die Kündigungsfrist oder um eine mögliche fristlose Kündigung der Wohnung.

Wie lang ist die Kündigungsfrist gemäß dem deutschen Mietrecht?

Für Mieter und Vermieter gelten nach dem deutschen Mietrecht unterschiedliche Kündigungsfristen. So haben Mieter bei einem unbefristeten Mietvertrag eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Dabei spielt die Wohndauer keine Rolle.

Für Vermieter hingegen gibt es je nach Mietdauer unterschiedliche Kündigungsfristen:

  • 0-5 Jahre Mietdauer: 3 Monate
  • 5-8 Jahre Mietdauer: 6 Monate
  • Ab 8 Jahre Mietdauer: 9 Monate

Bei vielen alten Mietverträgen, die vor Herbst 2001 geschlossen wurden, gilt nach 10 Jahren Mietzeit eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Diese ist auch heute noch wirksam.

Wie muss ein Kündigungsschreiben im Mietrecht aussehen?

Eine Kündigung des Mietvertrags ist nur dann gültig, wenn sie schriftlich auf Papier und mit einer Unterschrift eingereicht wird. Kündigungsschreiben, die per Fax, Mail oder mündlich erfolgen, sind unwirksam. Sinnvoll ist generell, die Kündigung per Einschreiben zu verschicken. So gibt es einen Nachweis über den Empfang der Kündigung.

Folgendes muss in einem Kündigungsschreiben von Seiten des Mieters festgehalten werden:

  • Eine Willensbekundung zur Kündigung der Wohnung.
    Das bedeutet, dass kein bestimmter Grund genannt werden muss, sondern nur der Wunsch, das Mietverhältnis zu beenden.
  • Die Unterschrift aller Hauptmiete.
  • Die Adresse der Mietwohnung und das Stockwerk.
  • Der Zeitpunkt, zu dem die Mietwohnung gekündigt wird.
  • Die Aufforderung an den Vermieter, die Kündigung zu bestätigen.
  • Der Hinweis über Kontaktaufnahme bezüglich des Übergabetermins.

Mietrecht Deutschland: fristlose Kündigung und wann diese möglich ist

Sowohl Vermieter als auch Mieter können den Mietvertrag fristlos kündigen. Dafür brauchen jedoch beide Parteien einen wichtigen Grund, der es für sie unzumutbar macht, das Mietverhältnis bis zum Ende der Kündigungsfrist fortzuführen.

Jeder Fall einer fristlosen Kündigung wird unter Berücksichtigung der individuellen Umstände entscheiden. Ob die Kündigung fristlos geschehen darf oder ob sie rechtswidrig ist, wird in vielen Fällen vom Gericht entschieden.

Regelung der fristlosen Kündigung durch den Vermieter im Mietrecht?

Der Vermieter darf genauso wie der Mieter eine fristlose Kündigung einreichen. Dafür muss er jedoch auch einen wichtigen Grund haben.

Gründe für eine fristlose Kündigung:

  • Der Mieter hat in zwei aufeinanderfolgenden Monaten die Miete nicht bezahlt
  • Der Mieter hat in zwei aufeinanderfolgenden Monaten nur einen Teil der Miete bezahlt und der ausstehende Betrag ist höher als eine Monatsmiete
  • Der Mieter hat in zwei Monaten (müssen nicht aufeinander folgen) nur Teile der Miete bezahlt und ist somit in Zahlungsverzug von insgesamt mindestens zwei Monatsmieten
  • Der Mieter stört den Hausfrieden andauernd, auch nach Eingang einer Abmahnung.
  • Der Mieter vernachlässigt die Mietwohnung
  • Der Mieter vermietet die Wohnung an Dritte
  • Der Mieter betreibt ein Gewerbe in seiner Wohnung

Falls der Grund für eine fristlose Kündigung der Mietverzug ist, muss vorher keine Abmahnung erteilt werden.

Zahlt der Mieter in der vorgesehenen Schonungsfrist die Rückstände zurück, so wird die fristlose Kündigung unwirksam.

Wann muss der Mieter laut deutschen Mietrecht nach der fristlosen Kündigung ausziehen?

Der Mieter darf nach der fristlosen Kündigung nicht auf die Straße gesetzt werden. Der Vermieter muss beim zuständigen Amtsgericht auf Räumung klagen. Nachdem das Gericht geprüft hat, ob die fristlose Kündigung wirksam ist, darf der Vermieter den Mieter trotzdem nicht zwingen, die Wohnung zu räumen. Er muss einen Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung des Urteiles beauftragen. Dieser nimmt die Zwangsräumung dann vor und verweigert dem Mieter den Zutritt zur Wohnung durch ein Siegel an der Tür. Die Kosten für die Zwangsräumung trägt der Mieter.

Die wichtigsten Informationen rund um die Kündigung für Sie zusammengefasst:

Bei einer ordentlichen Kündigung müssen die vorgesehenen Kündigungsfristen eingehalten werden. Diese liegen je nach Mietdauer bei 3-9 Monaten. Die ordentliche Kündigung muss schriftlich mit gültiger Unterschrift, am besten per Einschreiben, eingereicht werden. Bei einer fristlosen Kündigung muss ein wichtiger Grund genannt werden, der es unmöglich macht, das Mietverhältnis bis zum Ende der Kündigungsfrist einzuhalten.

Der Vermieter kann den Mieter nicht zwingen, die Wohnung nach der fristlosen Kündigung zu räumen. Dies geschieht erst über ein Gericht, dann durch einen Gerichtsvollzieher.

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