Erbrecht im Familienrecht: Worauf Sie im Erbfall achten müssen

Sobald eine Ihnen nahestehende Person verstirbt, stellen sich viele Fragen rund um den Nachlass dieser Person. In diesem Fall stoßen viele Betroffene auf den Begriff „Erbrecht“ mit dem Sie in der Vergangenheit noch nicht allzu viel zu tun hatten.
In diesem Artikel werden Fragen rund um das Thema Erbrecht, Pflichten und Rechte sowie das Abtreten des Erbes und der aufkommenden Kosten geklärt.

Was versteht man unter „Erbrecht“?

Unter dem Begriff Erbrecht werden alle Gesetze für den Übergang der Erbschaft zusammengefasst. Mit dem Erbrecht können der Nachlass sowie der Nachlass eines Verstorbenen geregelt werden.

Der Erbfall tritt mit dem Tod einer Person ein. Dabei gehen alle Vermögenswerte, der Nachlass des Erblassers aber auch alle Verbindlichkeiten auf die Erben über. Gemäß der Erbquote wird unter den Erben unterschieden, zu welchen Anteilen der Nachlass aufgeteilt wird. Die Erbquote hängt davon ab, auf welcher Ebene die Erben stehen. Beispielsweise fällt der prozentuale Anteil zwischen Ehepartner und Geschwistern unterschiedlich aus.

Welche gesetzliche Rangfolge gilt im Erbrecht?

Das Erbrecht in Deutschland ist im Grundgesetz (GG) und Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgelegt und besagt, dass es unterschiedliche Ordnungen gibt, in die alle Verwandten aufgeteilt werden.

Laut dem BGB gilt folgende Rangfolge im Erbrecht:

  • Ehepartner und Erste Ordnung: Kinder und Enkelkinder
  • Zweite Ordnung: Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen
  • Dritte Ordnung: Großeltern, Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins
  • Vierte Ordnung: Urgroßeltern

Durch die Ordnungen wird der prozentuelle Anteil des Erbes unter den Verwandten des Erblassers bestimmt.

Dabei gilt: Hat der Erblasser keine Kinder, so gibt es auch keine Enkelkinder als Erben und die erste Ordnung fällt sinngemäß weg. Dadurch werden die Eltern des Erblassers zu den ersten Erben. Hat der Erblasser jedoch Kinder, so fallen die Eltern als gesetzliche Erben weg.
Der Ehepartner ist neben Erben der ersten Ordnung zu einem Viertel als gesetzlicher Erbe berufen, neben Erben der zweiten Ordnung zu einer Hälfte.

Welche Rechte und Pflichten bestehen für Erben?

Sofern durch das Erbrecht festgelegt wurde, dass eine Person Erbe ist, bestehen zwei Möglichkeiten: Das Erbe annehmen oder es ausschlagen.

Das Erbrecht gibt Auskunft über die rechtliche Stellung, bei welcher der Erbe oder die Erbin die Möglichkeit bekommt, das Erbe auszuschlagen. Grund dafür ist meistens eine Überschuldung der oder des Verstorbenen. Dazu muss von Erbe oder Erbin eine ausdrückliche Erklärung erfolgen, die beim Nachlassgericht abgegeben wird. Es gilt eine Frist von 6 Wochen nach Kenntnis des Erbfalls. Für den Erben oder die Erbin bestehen auch eine Reihe von Pflichten.

Pflichten der Erben:

  • Bezahlung von Beerdigung und Grab
  • Auszahlen des Pflichtteils
  • Finanzielle Verpflichtungen
  • Eventuelle Unterhaltsleistungen
  • Das Begleichen der Verbindlichkeiten von dem Gesamtvermögen des Erblassers
    etc.

Wann gilt man gemäß dem Erbrecht als erbunwürdig?

Die Erbunwürdigkeit beschreibt den Umstand, dass eine Person durch verschiedene gesetzliche Regelungen kein Anrecht auf eine Erbschaft hat. Dies geschieht durch den Antrag eines anderen Erben. Dabei wird der betroffene Erbe trotz Erbeinsetzung nicht am Nachlass beteiligt. Die Erbunfähigkeit wird durch ein Gericht beschlossen.
Mit dem Entschied des Gerichts gehen sämtliche erbrechtlichen Ansprüche des Betroffenen verloren.

Gründe für eine Erbunwürdigkeit sind:

  • Ausübung einer Straftat gegenüber dem Erblasser oder eines Verwandten.
  • Vorsätzliche Tötung oder der Tötungsversuch.
  • widerrechtliches Handeln, dass den Erblasser dazu bringt, kein Testament verfassen zu können.
  • Arglistige Täuschung oder Drohungen.
    etc.

Streit um das Erbe – wie laut dem Erbrecht vorgegangen werden kann

Im Falle eines Erbstreits sollte zuerst darauf geachtet werden, ob vom Erblasser eine Vorsorgemaßnahme für einen solchen Fall ergriffen wurde.

Falls keine Vorsorgemaßname getroffen wurde:

  • Die entstandene Erbengemeinschaft wird aufgelöst: Sind Erbengemeinschaften entstanden, so muss der Nachlass untereinander aufgeteilt werden. Dabei sind Auszahlungen, Teilungsversteigerungen oder Erbteilverkäufe möglich.
  • Entlassung des Testamentsvollstreckers: In der Regel sollen Testamentsvollstrecker für eine streitfreie Aufteilung sorgen, doch manchmal sind sie die Ursache für Streitigkeiten unter den Verwandten. In diesem Fall sollte der Testamentsvollstrecker entlassen werden.
  • Konsultation eines Anwaltes: Das Hinzuziehen eines Anwaltes oder einer Anwältin ist grundsätzlich zu empfehlen, da Anwälte die Interessen ihres Mandanten vertreten. In manchen Fällen ist es nicht möglich, sich außergerichtlich zu einigen.

Welche Kosten fallen beim Streit ums Erbe an?

Welche Kosten nach einem Erbstreit auf Sie zukommen, hängt ganz von der Höhe des Erbes ab. Für eine seriöse Kosteneinschätzung sollte ein Anwalt konsultiert werden.

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