Was sie laut dem Arbeitsrecht bei Mobbing tun können

Nicht jeder Konflikt oder hitzige Diskussion am Arbeitsplatz gilt als Mobbing. Aber was genau als Mobbing zählt und ab wann man rechtlich gegen Mobbing vorgehen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Arbeitsrecht: Was gilt als Mobbing?

Grundsätzlich bedeutet Mobbing, andere Menschen ständig oder wiederholt zu schikanieren, seelisch zu verletzen oder zu quälen. Typische Mobbinghandlungen sind Hänseleien, die Verbreitung von falschen Tatsachen, Drohungen oder soziale Isolation. Diese kann schon im frühen Alter auf dem Spielplatz oder in der Schule anfangen und bis ins Erwachsenenalter gehen. Häufig findet dies am Arbeitsplatz statt, entweder durch den Chef, den Vorgesetzen oder Arbeitskollegen.

Mobbing am Arbeitsplatz laut dem Arbeitsrecht

Den meisten Betroffenen von Mobbing schlägt es auf die Gesundheit, sowohl psychisch als auch physisch.

Nur weil der Arbeitstag vorbei ist, hört das Mobbing nicht auf. Betroffene haben oft mit dem Gedanken-Karussell außerhalb der Arbeit zu kämpfen.

Typische Symptome bei Mobbing sind:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Appetitlosigkeit
  • Erschöpfung
  • Angstzustände/Depressionen
  • Schlaflosigkeit
  • Burn-out

 

Bossing – Mobbing durch den Chef

In vielen Fällen berichten Betroffene von Mobbing durch den Arbeitgeber oder durch den Vorgesetzten. Diese verfügen über eine Weisungsbefugnis und können so verschiedene sinnbefreite Arbeitsaufgaben anordnen.
Das Mobben durch den Chef wird auch als „Bossing“ bezeichnet. Meistens sind hiervon diejenigen betroffen, die unsicher auftreten.  Dabei handelt es sich meistens nur um eine Machtdemonstration von Seiten des Vorgesetzen. Die meisten Betroffenen gehen nicht gegen das sogenannte „Bossing“ vor, da sie finanziell abhängig sind und eine Kündigung fürchten, sobald Sie Schritte gegen den Chef vornehmen.

Horizontales Mobben – Mobbing durch Kollegen

Horizontales Mobbing ist Mobbing unter Arbeitskollegen auf derselben hierarchischen Stufe. Die Gründe von Mobbing sich von komplexer Natur. Dazu gehören meistens: Frust, Neid oder falscher Ehrgeiz. Mobbing durch Kollegen beginnt schon durch scheinbar harmlose, beiläufige Bemerkungen.

Typische Anzeichen für horizontales Mobbing:

  • Beleidigungen
  • Anschreien
  • Androhungen
  • Anwendung körperlicher Gewalt
  • Sexuelle Belästigung
  • Verspottung
    etc.

Staffing – Mobbing des Vorgesetzen durch Kollegen

Beim Staffing wird der Vorgesetzte von seinen Kollegen gemobbt. Dabei wird versucht, den Betroffenen systematisch zu verdrängen. Dazu nutzen die Mitarbeiter verschiedene Taktiken, wie z. B. Gerüchte zu verstreuen oder Informationen vorzuenthalten. Es gibt eine Reihe an Gründen, warum es zu Staffing kommt.

Gründe für Staffing

  • Beförderungen
  • Neid, Eifersucht
  • Veränderungsprozesse
  • Führungsstil
  • Mangel an Erfahrungen

Wie können Sie laut dem Arbeitsrecht bei Mobbing vorgehen?

Es ist wichtig, früh zu handeln, wenn es zu Mobbing kommt. Denn je länger man wartet, desto größere Auswirkungen hat das Mobbing auf die persönliche Gesundheit.

Vorgehensweisen bei Mobbing:

  • Rechtsberatung: Eine individuelle Rechtsberatung verleiht dem Betroffenen mehr Selbstbewusstsein und er oder sie erfährt, wie vorgegangen werden kann.
  • Mobbingberatung: Es gibt spezielle Anlaufstellen für Betroffene, in denen sie lernen, wie sich das Verhalten von Schikanierenden durch das eigene Verhalten steuern lässt.
  • Gespräch mit dem Arbeitgeber: Ein Gespräch mit dem Arbeitgeber kann helfen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der Arbeitgeber behilflich sein kann, z. B. durch eine Versetzung oder das Klären des versteckten Konfliktes.
  • Schadensersatzklage: Der Betroffene kann natürlich rechtlich gegen Mobbing vorgehen. Dabei muss beachtet werden, dass die Gerichte dabei hohe Anforderungen haben und weitumfassend bewiesen werden muss, dass der Betroffene Opfer von Mobbing ist.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber laut dem Arbeitsrecht?

Gemäß des § 241 BGB hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern. In manchen Fällen von Mobbing ist der Arbeitnehmer durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zusätzlich geschützt. Dies gilt bei Diskriminierung seiner Ethnie, Behinderung, Alter, Geschlecht oder seiner Weltanschauung.

Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Interessen (Persönlichkeitsrecht, Gesundheit) des Arbeitnehmers nicht gefährdet sind und muss in der Lage sein, die Interessen des Betroffenen zu schützen.

Mobbing am Arbeitsplatz zusammengefasst

  • Es ist wichtig im Fall von Mobbing schnell einzuschreiten oder es gar nicht so weit kommen zu lassen, dass psychische oder physische Beschwerden durch Mobbing auftreten.
  • Sobald erste Anzeichen von Mobbing auftreten, sollte dagegen vorgegangen werden. Entweder durch den Arbeitgeber, durch die Rechts- und Mobbingberatung oder gar durch eine Anzeige des Betroffenen.

 

Sie suchen nach einer Anwältin für Recht & Spezialistin für Immobilien?

Daniela Carl ist eine engagierte Rechtsanwältin und eine kompetente Immobilienmaklerin. Durch die Verknüpfung der Rechtsgebiete mit dem Thema Immobilien bietet sie eine allumfassende Beratung und kann auf individuelle Fragestellungen eingehen.

Benötigen Sie eine Beratung zu weiteren Rechtsgebieten?

Anwältin Daniela Carl informiert sie gerne auf ihrer Website zu weiteren Fachgebieten:

Bitte füllen Sie das untere Formular aus.

Zurzeit befinde ich mich in Elternzeit. Ihre Anfrage wird daher nicht bearbeitet. Bitte haben Sie dafür Verständnis.