Kündigung laut Arbeitsrecht: Was Sie beachten müssen

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist ein sehr großer Einschnitt im Leben eines jeden Arbeitnehmers. Sowohl die Kündigung durch den Arbeitgeber, als auch die Kündigung durch den Arbeitnehmer sind Themen, die viele Fragen aufwerfen. Lesen Sie in diesem Artikel alle wissenswerten Informationen rund um die Kündigung nach Arbeitsrecht.

Regelung der Kündigung eines Arbeitsvertrags im Arbeitsrecht

Eine Kündigung muss laut dem Arbeitsrecht im BGB:

  • schriftlich erfolgen
  • die im Arbeitsrecht gesetzliche Kündigungsfrist einhalten
  • in den Herrschaftsbereich des Empfängers gelangen
  • persönlich unterschrieben werden
  • aus einem wichtigen Grund erfolgen

Es ist zu unterscheiden, ob es sich um eine Eigenkündigung (durch den Arbeitnehmer) oder eine Fremdkündigung (durch den Arbeitgeber) handelt. Bei letzterem ist der Kündigungsschutz von sehr großer Bedeutung, da der Arbeitnehmer dadurch vor der ordentlichen Kündigung geschützt ist.

Beim Allgemeinen Kündigungsschutz sind nur bestimmte Kündigungsgründe zulässig, bei dem besonderen Kündigungsschutz hingegen sind bestimmte Personengruppen von einer Kündigung ausgenommen.

Welche Kündigungsgründe sind laut dem Arbeitsrecht zulässig?

Die Kündigungsgründe werden in personen-, verhaltens- und betriebsbedingte Gründe unterteilt.

Personenbedingte Gründe für eine Kündigung

Bei personenbedingten Gründen gilt die objektive Einschätzung der Befähigung oder Eignung des Arbeitnehmers und ob diese mit den vertraglich geschuldeten Arbeitsleistungen übereinstimmt.

Verhaltensbedingte Gründe für eine Kündigung

Verhaltensbedingte Gründe betreffen das Fehlverhalten im Leistungsbereich, in der betrieblichen Ordnung, im Vertrauensbereich oder bei Nebenpflichten des Arbeitnehmers.

Betriebsbedingte Gründe für eine Kündigung

Eine Kündigung aus betriebsbedingten Gründen geschieht aufgrund inner- und außerbetrieblicher Umstände, wie beispielsweise der finanziellen Lage des Unternehmens.

Welche Kündigungsfristen gelten gemäß dem Arbeitsrecht?

Bei der Kündigungsfrist ist zu unterscheiden, ob es sich um die Kündigung durch den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer handelt. Denn bei beiden gelten unterschiedliche Regelungen.

Bei der Kündigung durch den Arbeitgeber gelten folgende Fristen:

  • Bis 6 Monate Betriebszugehörigkeit: 2 Wochen zum 15. oder Ende des Monats
  • Über 6 Monate Betriebszugehörigkeit: 1 Monat zum 15. oder Ende des Monats
  • 2 – 5 Jahre Betriebszugehörigkeit: 1 Monat*
  • 5 – 8 Jahre Betriebszugehörigkeit: 2 Monate*
  • 8 – 10 Jahre Betriebszugehörigkeit: 3 Monate*
  • 10 – 12 Jahre Betriebszugehörigkeit: 4 Monate*
  • 12 – 15 Jahre Betriebszugehörigkeit: 5 Monate*
  • 15 – 20 Jahre Betriebszugehörigkeit: 6 Monate*
  • Ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit: 7 Monate*

*Jeweils zum Ende des Kalendermonats.

Bei der Kündigung durch den Arbeitnehmer gilt folgende Frist:

  • Die nach Arbeitsrecht gesetzliche Kündigungsfrist beträgt vier Wochen – entweder zum 15. eines Monats oder zum Monatsende!
  • Die Kündigungsfrist kann im Vorhinein auch anderweitig vertraglich geregelt werden.

Die ordentliche und außerordentliche Kündigung laut dem Arbeitsrecht

Man unterscheidet bei der Kündigung zwischen der ordentlichen und der außerordentlichen Kündigung.

Ordentliche Kündigung

Bei der ordentlichen Kündigung handelt es sich um eine fristgemäß ausgesprochene Kündigung, bei der die Frist mit dem Zugang der Kündigung beginnt.

Außerordentliche Kündigung

Bei der außerordentlichen Kündigung kann ein Arbeitsverhältnis gemäß § 626 BGB unter bestimmten Voraussetzungen fristlos gekündigt werden. Die Voraussetzungen für eine wirksame, außerordentliche Kündigung müssen wichtige Gründe, wie beispielsweise eine Interessensabwägung sein.

Welche Arten der Kündigung sind im Arbeitsrecht geregelt?

Laut dem Arbeitsrecht gibt es bei der ordentlichen Kündigung wiederum zwei Kündigungsarten: die Änderungskündigung und die Teilkündigung.

Die Änderungskündigung

Bei der Änderungskündigung wird das Arbeitsverhältnis zwar beendet, aber ein neuer Vertrag, mit meisten schlechterem Konditionen, angeboten. Dabei sollte sich der Arbeitnehmer eine rechtliche Beratung dazu ziehen und genau überprüfen, ob er oder sie sich auf den Änderungsvertrag einlassen will.

Die Teilkündigung

Die Teilkündigung bedeutet die Kündigung von Teilen des Arbeitsverhältnisses. Diese Art der Kündigung ist jedoch nur dann möglich, wenn es vorher im Arbeitsvertrag festgehalten wurde, ansonsten wurde es vom Bundesarbeitsgericht (BAG) als unzulässig erklärt.

Die Kündigung gemäß dem Arbeitsrecht zusammengefasst

  •  
  • Es ist wichtig zu beachten, ob die Kündigung vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer ausgesprochen wurde, da in beiden Fällen unterschiedliche Fristen gelten.
  • Es muss in beiden Fällen, außerhalb der Probezeit, ein wichtiger Kündigungsgrund genannt werden. Es ist zu beachten, dass die Kündigung laut dem Arbeitsrecht im BGB an eine Form gebunden ist und schriftlich erfolgen muss.
  • Zudem muss die Kündigung persönlich unterschrieben werden und im Herrschaftsbereich des Empfängers

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